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Der geologische Untergrund von Buchloe reicht weit in die Erdgeschichte zurück. Würde man bis in 3000 Meter Tiefe bohren, so könnte man Gesteine aus der sogenannten Triaszeit mit einem Alter von bis zu über 250 Millionen Jahren antreffen. Es ist aber vor allem die jüngere Erdgeschichte (etwa die letzten 2,5 Millionen Jahre), die durch die Kräfte von Wasser und Eis den heute oberflächennahen Untergrund der Stadt gebildet hat.

In dieser jüngeren Erdgeschichte fand ein Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten statt. Während der Kaltzeiten waren weite Bereiche Nord- und Süddeutschlands vom Eis bedeckt. Die beiden letzten Eiszeiten sind für den Buchloer Landschaftsraum besonders prägend gewesen: die Risseiszeit von vor 350000 Jahren bis vor 120000 Jahren und die Würmeiszeit von vor 115000 Jahren bis 10000 Jahre vor heute. Zwischen beiden Eiszeiten lag eine rund 5000 Jahre dauernde Wärmephase. Das aus den Alpen vordringende Gletschereis hat Buchloe in den beiden letzten Eiszeiten nicht mehr erreicht. Der maximale Gletschervorstoß der letzten Eiszeit erreichte in der Region das Gebiet von Neugablonz. Dort findet man auch die entsprechenden wallartigen Aufschüttungen, die der Gletscher hinterlassen hat. Von dort aus flossen die Schmelzwässer, die aus den zurückziehenden Eismassen austraten, durch die Buchloer Talung im Stadtgebiet und weiter Richtung Norden.

Diese breite Abflussrinne war bereits in den vorangegangenen Eiszeiten durch Gletschereis und Schmelzwasser vorgeformt worden. Die Buchloer Talung entspricht somit einem Abschnitt des alten Wertachtales.

Heute liegt diese Talung, in der die B12 und die Bahnlinie Richtung Kaufbeuren verlaufen, trocken. Die Mächtigkeit der kiesigen Schmelzwasserablagerungen beträgt bei Neugablonz etwa 15 bis 20 Meter und nimmt nach Norden hin ständig ab. Aus diesem Grund geraten die darunter liegenden Grundwasser stauenden Schichten aus der viel älteren Tertiärzeit (Dauer von 65 bis 2,6 Millionen Jahre vor heute) nordwärts immer näher an die Oberfläche. Somit liegt auch der Grundwasserspiegel in der Region Buchloe wesentlich höher als weiter im Süden. Das erklärt, warum einige der niedergelegenen Orte im Westen von Buchloe bei Hochwasser nicht unerheblich gefährdet sind.

Der heutige Landschaftsraum wurde noch vor wenigen Jahrtausenden von den damals sehr breiten und wasserreichen Flüssen und Zuflüssen der heutigen Fließgewässer Lech und Wertach eingenommen. Daher ist der unmittelbare geologische Untergrund aus sogenannten Flussschottern aufgebaut. Die Gesteine dieser Flussschotter sind meist sehr stark zugerundet – ein Ergebnis der jahrtausendelangen Bearbeitung durch die fließenden Gewässer an der Flusssohle. Die Herkunft dieser Gesteine ist dabei äußerst vielfältig: Der überwiegende Anteil stammt aus dem Einzugsgebiet vor allem der Lechtaler und der Allgäuer Alpen. Aber auch kristalline Gesteine aus den Zentralalpen, wie dem Inn- oder Ötztal, sind vertreten. Diese unterschiedliche Herkunft weist auf das Ausmaß der damaligen Gletscher hin. Über sogenannte Transfluenzen überdeckten sie mehrere hohe Alpenpässe und waren dadurch talübergreifend miteinander verbunden.

Im Gesteinsspektrum spiegeln sich somit die verschiedenen Nährgebiete der damaligen Gletschermassen wider.

Häufig kam es am Ende der letzten Eiszeit zum Austritt kalkreicher Quellwässer aus denen sich wiederum feinkörnige, grauweiße Kalkablagerungen (sogenannte «Wiesenkalke») bildeten. Diese Wiesenkalke werden im bayerischen Sprachgebrauch als Alm bezeichnet. Solche Almvorkommen findet man beispielsweise unmittelbar nördlich von Buchloe bei der Eschenlohmühle und bei Amberg. Sie können Mächtigkeiten von über drei Meter erreichen.

Der Buchloer Alm wurde früher als «Fegsand» bezeichnet und von Trödlern als Putzmittel an die Haushalte verkauft. Allerdings war es ein leicht betrügerischer Handel, denn der echte Fegsand besteht aus winzigen, harten Quarzkörnern und nicht aus Kalk.

quelle: http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/buchloe/Buchloe-lokales-kannmansobringenzwischendenjahren-buchloer_erdgeschichte-gletschereis-grasheyjansen-uni-erdgeschichte-erforscht-geologie-Gletschereis-vor-Buchloe;art2774,918659

Wann kippen die Pole um? Und warum schwächelt das Erdmagnetfeld? Die Satellitenmission "Swarm" soll einige der Rätsel um die zweite Haut der Erde lösen

Sie ist einfach da, ohne dass man sie bemerkt. Die schützende Magnetosphäre ist unsichtbar, geruchlos und wird auch nicht durch unseren Lebenswandel in Mitleidenschaft gezogen wie die zweite Schutzhülle unseres Planeten, die Atmosphäre. Nur selten zieht sie unsere Aufmerksamkeit auf sich, etwa wenn Polarlichter aufleuchten.

Auch für die Wissenschaft ist sie zwar keine Unbekannte, aber doch eine wenig Beachtete. Dabei ist das Erdmagnetfeld keineswegs ein starres Skelett aus Feldlinien, die unveränderlich in den Kosmos ragen. Wie ein Gummiball werden sie zuweilen verbeult, so dass Kommunikationssatelliten schutzlos dem Sonnenwind ausgesetzt sind und Schaden nehmen können. "Auch die Übermittlung von GPS-Signalen kann von magnetischen Phänomenen empfindlich gestört werden", sagt Hermann Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ). Mit einem Verbund von drei Satelliten namens Swarm wollen europäische Wissenschaftler von 2012 an die Magnetosphäre unseres Planeten genau studieren und rechtzeitig vor gefährlichen Änderungen warnen. Koordiniert wird das Vorhaben am GFZ.

"Das Erdmagnetfeld ist in Wirklichkeit etwas komplizierter als der große Stabmagnet, den man sich im Innern des Globus vorstellt", sagt der Geophysiker Lühr, zugleich Projektleiter für Swarm. Sieben unterschiedliche Magnetfeldquellen tragen dazu bei. Das bedeutendste ist dennoch das vom "Geodynamo" im Erdkern erzeugte Hauptfeld. Tief unten, im Zentrum der Erde, befindet sich ein heißer Kern aus festem Eisen. Drumherum strömt flüssiges Eisen, das gewaltige Walzen bildet, die mehrere hundert Kilometer messen. Angetrieben werden sie von der Hitze des festen Kerns. Diesen "Konvektion" genannten Vorgang kann man auch einige Nummern kleiner in einem Kochtopf beobachten. "Wenn sich ein elektrischer Leiter, eben das flüssige Eisen, bewegt, entsteht ein Magnetfeld", sagt Lühr.

Ein weiteres Magnetfeld entsteht in der Hochatmosphäre jenseits von 100 Kilometern Höhe. Wenn tagsüber die Sonne scheint, werden die wenigen Moleküle ionisiert und sind damit leitend. Sobald sich die leitende Luft bewegt, tritt der gleiche Effekt ein wie im Erdkern. Ein Magnetfeld entsteht. Es ändert sich mit dem Gang der Sonne und folgt damit "solaren Gezeiten".

"Diese Veränderungen machen bis zu fünf Prozent der gesamten magnetischen Feldstärke aus", berichtet Lühr. Einen viel kleineren Einfluss, nämlich nur etwa ein Zwanzigtausendstel, steuert der Ozean bei. Im Zwölf-Stunden-Rhythmus der bekannten lunaren Gezeiten schwappen die Weltmeere hin und her. Das Salzwasser enthält ebenfalls Ionen, die sich im Hauptmagnetfeld bewegen. Dadurch wird ein Stromfluss induziert, der wiederum ein weiteres Magnetfeld erzeugt.

quelle und weiterlesen: http://www.zeit.de/wissen/2010-12/erdmagnetfeld-swarm

Geologie-Unterricht mit Hilfe von Schnittkäse erscheint unkonventionell, hat aber nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Wolfgang Blum steht bei der von ihm geleiteten Neujahrswanderung im Schnee hoch über Assmannshausen und biegt die Scheiben. So haben sich einst Erdschichten am Mittelrhein verformt, zum Vergleich bietet sich ein Blick auf den benachbarten Felsen an.

Anschließend geht es weiter in Richtung Niederwald und Rüdesheim. Der Edamer verwandelt sich vom Anschauungsmaterial zur Wegzehrung. „Das war klasse gemacht, so kann man sich das richtig gut vorstellen“, lobt Uschi Zlotowski die kleine Vorführung. Die Wiesbadenerin ist mit einem früheren Zug angereist, um sich vorab Assmannshausen anschauen zu können. Sonst hat sie die Gegend abschnittweise im Sommer kennengelernt.

Seltenes Panorama

An Neujahr präsentiert sich nun ein seltenes Panorama. Im Schnee wirken die Rebzeilen in den Wingerten noch geometrischer als sonst. Blum weist vor allem darauf hin, dass in den entlaubten Wäldern alte Terrassen durchschimmern, die im Sommer niemand erkennen kann. Früher waren es bis zu 20 übereinander. Es handelt sich um Zeugnisse der Weinbau-Kultur im Welterbe-Gebiet, die bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht.

Acht Kilometer weit führt die „Schlender-Wanderung“, in der Dämmerung geht es nach Rüdesheim hinunter. Gut 25 Leute laufen mit. „Ich bin erstaunt über diese Resonanz“, meint Horst Winter aus Hofheim, auch für ihn ergeben sich neue Perspektiven: Sonst ist er eher mit dem Rennrad im Rheingau unterwegs.

Das Interesse an Natur und Umgebung überwiegt bei den Wanderern offenbar vor dem Kampf gegen den Silvester-Kater. Kein Wunder, steht doch laut Blum ein „Ausflug in eine der schönsten Landschaften der Welt an“. So wirbt stolz der „Wiesbadener von Geburt, Rheingauer aus Überzeugung und Rheinsteigler mit Leib und Seele“. Dass der Schnee dick liegt wie selten am Rhein, macht die Tour noch reizvoller.

Zwischendrin stoppt die Gruppe immer wieder an markanten Punkten, um sich einige Erläuterungen anzuhören. Kein Tal in Mitteleuropa ist alpiner als der Mittelrhein – abgesehen von den Alpen selbst, erklärt Blum. Schließlich erhebt sich keine zwei Kilometer vom Rhein entfernt an dessen linken Ufer der 618 Meter hohe Franzosenkopf; das deutet an, wie steil die Hänge sind.

Folge der Kleinstaaterei

Auch in der Ebene gibt es Besonderheiten wie einen auf 550 Meter verkürzten Rheinkilometer, eine späte Folge deutscher Kleinstaaterei. Dicht über der Burgruine Ehrenfels führt der Weg die Neujahrswanderer der Germania entgegen. Ein Rastplatz, an dem ein Winzer im Sommer Wein und Wasser zur Selbstbedienung deponiert, zählt zu den modernen Sehenswürdigkeiten.

Zum Binger Mäuseturm erzählt Blum natürlich die Sage vom bösen Bischof Hatto, den dort angeblich Nager fraßen, die abgepackten Schnittkäse offenbar noch nicht kannten.

quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rheingau/ruedesheim/9789212.htm

Die Idee war naheliegend – nur einer kam darauf: Vor 20 Jahren öffnete das Bergbaumuseum (bisher 90.000 Besucher) seine Pforten. Geistiger Vater ist Hans Röhrs, ehemaliger Leiter der Bergtechnischen Stabsstelle der heimischen Zeche. Die öffentliche Anerkennung für die wandelnde Enzyklopädie der Steinkohle gab es Dienstag im Rathaus: Aus der Hand von Vizelandrat Bernhard Hembrock empfing der 78-Jährige das Bundesverdienstkreuz.

Für den guten Ton im voll besetzten Ratssaal sorgte eine Combo der Musikschule. Einer fehlte im Ensemble: Saxofonist Hans Röhrs, aber er musste sich ja für die Ordensverleihung bereithalten. In seiner Laudatio unterstrich Bernhard Hembrock: „Seit Jahrzehnten gilt Ihr besonderes Interesse der Erforschung und der Darstellung der Montangeschichte. Dabei haben Sie sich sowohl dem Erzbergbau in der Region, also dem Tecklenburger wie dem Osnabrücker Land verschrieben, als auch besonders der Geschichte, wenn ich das so sagen darf: Ihres Ibbenbürener Steinkohlenreviers.“
Als Leiter des Museums führe Hans Röhrs selber Schulklassen durch die Ausstellung und informiere die Jugend fundiert über die Geschichte des Bergbaus in Ibbenbüren und Umgebung. Mit enormem Fleiß und großer Hingabe habe er das Museum und seine Gestaltung geprägt. Man könne mit Fug und Recht behaupten, dass die Attraktivität des Bergbaumuseums in Ibbenbüren auf lebenden Industrieanlagen ihresgleichen suche.

Mit Akribie und Spürsinn trug Hans Röhrs Relikte vergangener Zeiten und Unterlagen zusammen und wertete diese aus. Zusammen mit dem Quellenstudium in den Staatsarchiven Münster und Osnabrück sowie in den Archiven des Kreises Steinfurt, der geologischen Landesämter, der Oberbergämter Dortmund und Clausthal-Zellerfeld und der Kommunen in der Region sowie nach Untersuchungen im Gelände hat er die Ergebnisse in zahlreichen Publikationen veröffentlicht.

Durch sein sympathisches und unaufdringliches Wesen habe er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit ein ganz großes Ziel erreicht: dass die Geschichte des Bergbaus in Ibbenbüren und Umgebung der Nachwelt noch lange erhalten bleibe. „Für Ibbenbüren und die in dieser Region tief verwurzelte Montangeschichte sind Sie ein Glücksfall“, unterstrich Bernhard Hembrock.

Namens der Geschäftsführung der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH dankte Dr. Peter Goerke-Mallet dem „Bergbauchronisten“ für sein „jahrzehntelanges Engagement“. Er habe Identität gestiftet und die „Basis dafür gelegt, dass man sich mit dem Bergbau identifizieren kann.“

„Hans Röhrs kann man sogar bei Wikipedia finden“, staunte Bürgermeister und Gratulant Heinz Steingröver.

quelle: http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_steinfurt/ibbenbueren/1463425_Verdienstkreuz_fuer_den_Vater_des_Ibbenbuerener_Bergbaumuseums.html

30 Jahre lang hat Karl Wiedmann den Kirchberger geologischen Arbeitskreis geleitet. Jetzt will er ins zweite Glied zurücktreten. Bei der Weihnachtsfeier des Vereins trat Hartmut Heilmann seine Nachfolge an.

Nach dem traditionellen vorweihnachtlichen Spießbratenessen im urigen Gewölbe des Franzschen Kellers in Lendsiedel gab der scheidende Vorsitzende einen Rückblick auf die exakt 800 Veranstaltungen, die der Arbeitskreis in seinem 30-jährigen Bestehen unter Wiedmanns Leitung durchgeführt hat. "Jetzt sind wir abgeklärte alte Knaben", bemerkte der 60-Jährige mit Blick in die Runde der Mitglieder, von denen die meisten von Anfang an mit dabei sind.

Der Crailsheimer Heimatforscher erinnerte an die "total spannenden" Anfangszeiten, als man begeistert die vielen offenen Fragen zur Geologie der Region bearbeitete. Zum Beispiel die nach der Herkunft der Hohenloher Feuersteine und Kieselhölzer. "Jetzt wissmr´s", meinte Wiedmann in seiner launigen Abschiedsrede lapidar, und verwies auf die vier Buchvorstellungen, sieben Jahreshefte und neun Ausstellungen, die der aktivste Arbeitskreis im Kirchberger Museums- und Kulturverein (MKV) inzwischen herausgebracht und organisiert hat. MKV-Vorsitzender Friedrich König hob in seiner Kurzlaudatio auch das Engagement Wiedmanns und seiner "Geos" bei der Neugestaltung der Abteilung "Geologie und Frühgeschichte" des Sandelschen Museums in Kirchberg hervor. Seinen langgedienten Geologenhammer gab Karl Wiedmann nun an seinen Nachfolger Hartmut Heilmann ab. Er wird den Arbeitskreis kooperativ mit weiteren Mitgliedern leiten.

Schon als Jugendlicher hat er in seiner norddeutschen Heimat Fossilien gesammelt. Der Diplomlandwirt kam vor über 30 Jahren als Leiter der Bauernschule Weckelweiler nach Kirchberg, und ist inzwischen als freier Wissenschaftler für ökologischen Landbau tätig. Dass er sich jetzt wieder mit Geologie befasst, habe für ihn auch methodische Gründe: "Wenn man sich mit Steinen beschäftigt, wird es leichter, die Vorurteile unserer Zeit gegenüber den Gesetzen der Natur zu überwinden; die sind härter als jeder Stein." Er ist sich sicher: "Nur wenn das Interesse an den Ordnungen der Natur, ihrer Erhaltung und Weiterentwicklung gepflegt wird, kann es auch eine lebensfähige Zukunft geben." Mittlerweile hat er viel Arbeit in die Ausrichtung der Sonderausstellung "Geologische Schätze und archäologische Funde" gesteckt, die noch bis zum 6. Januar im Sandelschen Museum zu sehen ist. Das nächste Halbjahr werde dadurch geprägt sein, dass der Arbeitskreis vorübergehend heimatlos sei.

quelle: http://www.swp.de/crailsheim/lokales/land/art5509,766331

Als Verschränkung „zweier Blickachsen“ bezeichnen die Ausstellungs- und Buchmacher das Konzept, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen den dynastischen Bemühungen der Staufer, ein gewaltiges Reich zu organisieren, zu beherrschen und zu verwalten und den sozioökonomischen Prozessen, die sich in den drei untersuchten Innovationsregionen abspielten, befasst.

Die Staufer in Italien, Buch und Ausstellung

Mehr als 400 Seiten zwar reichhaltig bebilderter aber doch relativ eng beschriebener Seiten weisen bereits auf den Informationsumfang des Essay-Bandes des großformatigen zweiteiligen Begleitbuches zur Ausstellung hin. Aber auch die Informationsdichte ist enorm. Kein Wunder, wurde doch in der mehrjährigen wissenschaftlichen Vorbereitung der Gemeinschaftsausstellung von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg so ziemlich alles zusammengetragen, was es über die Stauferzeit zu finden gab. Das gilt übrigens nicht nur für die literarischen Quellen und wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern im qualifizierten Sinne auch für die im zweiten Teil vorgestellten Exponate. So manch ein Stück der über 500 hochkarätigen Objekte war zuvor noch nie in Deutschland zu sehen. Als hätten die Autoren nicht alle ihre Informationen im Essayteil unterbringen können, sind auch die Exponate entsprechend der inhaltlichen Gliederung der Ausstellung mit hochinteressanten und aufschlussreichen Erläuterungen und Zusammenfassungen versehen. Zweifellos ein Gewinn für den Leser, der den Objekteband durchaus als eigenständige Informationsquelle zum Thema nutzen kann. Weiterlesen »

Einrichtung am Kalkberg

Die drei Säulen haben sich bewährt: Tourismus, Pädagogik und Forschung haben aus dem Segeberger Fledermaus-Zentrum Noctalis eine Einrichtung von internationalem Rang gemacht. 47 000 große und kleine Besucher wurden in diesem Jahr gezählt. Auch zahlreiche internationale Forscher statteten der Einrichtung am Kalkberg einen Besuch ab.

Mit Hilfe von Fördergeld konnte die Ausstellung in diesem Jahr erweitert werden. So wurde der Vorraum des Fledermaus-Zentrums an der Oberbergstraße 27 mit Informationstafeln und Bildschirmen neu gestaltet. Außerdem gibt es ein spannendes Hörspiel für Kinder und Erwachsene. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. So soll im nächsten Jahr ein geologischer Lehrpfad eingerichtet werden. Die Noctalis-Forschung wurde 2010 Preisträger im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen". Deshalb fand Ende November ein zweitätiges Festsymposium mit feierlicher Preisverleihung im Segeberger Bürgersaal statt.

Forscher aus ganz Deutschland, Dänemark und den Niederlanden nahmen daran teil und nutzten die zwei Tage auch zur Netzwerkarbeit, um den Schutz von Fledermäusen und die Bedeutung der Forschung weiter zu stärken. "Wir sind auf einem guten Weg und freuen uns auf die Feier zu unserem fünfjährigen Bestehen", sagt Dr. Anne Ipsen, wissenschaftliche Leiterin des Fledermauszentrums Noctalis.

quelle: http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article1734528/47-000-Besucher-im-Noctalis.html

FOSSILIEN Sonderausstellung noch bis zum 23. Januar 2011im Museum zu sehen

Die neue Sonderausstellung des Museums zum Thema „Kühe im Alzeyer Meer – Paläontologie und Biologie der Seekühe“ erfährt eine ausgesprochen gute Resonanz. Sie ist noch bis Sonntag, 23. Januar 2011, zu sehen.

Herausragendes Ausstellungsstück und zugleich Symbolfigur der geologisch-paläontologischen Abteilung des Alzeyer Museums ist „Elsa“, eine fossile Seekuh der Art „Halitherium schinzi“. „Elsa“ hat jetzt Gesellschaft bekommen. Wenngleich noch etwas derangiert, stellt die Dauerleihgabe einer in Fundsituation geborgenen fossilen Seekuh aus Wendelsheim seitens der Landessammlung für Naturkunde zukünftig eine außerordentliche Bereicherung der Ausstellung des Alzeyer Museums dar – und möglicherweise auch für „Elsa“.

In der Ausstellung werden neben den präsentierten Funden weitere Themen wie die Stammesgeschichte der Seekühe, ihre Anatomie, der Prozess der Fossilisation und ihre heute lebenden Nachfahren, die Dugongs und Manatis, thematisiert. Erarbeitet hat die Ausstellung in Kooperation mit dem Referat Erdgeschichte der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz der Diplom-Geologe Hans Wilhelm Fischer, Alzey. Er hat auch den zur Ausstellung erschienenen Begleitband herausgegeben. Dieser ist für 5,50 Euro im Museum Alzey erhältlich.

 

quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/alzey/9730787.htm

Der stolze Seeadler wird auch künftig Blicke auf sich ziehen. Doch jetzt musste das Präparat des mächtigen Greifvogels sein Revier räumen. Zum letzten Mal konnten die Besucher zwischen knarrenden Dielen und uralten Balken an der Salzstraße rund 300 biologische und mehr als 1000 geologische Ausstellungsstücke bewundern. Die Zukunft liegt von 2013 an im Museumsneubau an der Wandrahmstraße. Für das Naturmuseum endet eine Epoche.

Im Seminarraum treffen sich die langjährigen Helfer zum Abschiedsfrühstück. Rund 30 Lüneburger haben sich an der Kasse oder in der Museumspädagogik engagiert, 15 bilden den harten Kern. Aus einer Glasvitrine späht eine ausgestopfte Eule mit ihren großen Augen in den Raum. Es sind fast ausschließlich graue Haare zu sehen. Abschiedsschmerz und Wehmut sind in den Mienen zu lesen. Eines der Gesichter gehört Prof. Dr. Kurt Horst

Das Naturmuseum ist sein Kind, seit es vor rund 20 Jahren an der Salzstraße eine Heimat fand. Vorher hatte dort das Ostpreußische Jagdmuseum sein Domizil. "Wir haben vom Fußboden bis zur Decke alles neu gemacht, mit viel ehrenamtlicher Arbeit. Ich habe viel eigenes Geld hineingesteckt und auch das Konzept geschrieben. Wir wollten hier einen Anlaufpunkt für Schulen schaffen, wo junge Menschen zum Beispiel mit dem Mikroskop arbeiten können." Der Pädagoge blickt auf mit Exponaten vollgepackte Glaskästen und ein Modell eines Gletscherrandes. Er lächelt tapfer: "Alles geht einmal zu Ende."

 Doch der Umzug ist für das Museum die einzige Zukunftsoption, meint Prof. Dr. Dieter Coenen-Staß: "Für neue Museumskonzepte und moderne Ausstellungstechnik sind all die Nischen und Winkel hier ein Hemmnis." Seit drei Jahren leitet er das Museum: "Das Haus hat uns viele bauliche Schwierigkeiten gemacht, es ist in Teilen für Behinderte nicht zugänglich." Von 2013 an zeigt das Naturmuseum seine Exponate unter einem Dach mit dem Fürstentummuseum, auch organisatorisch wird das Naturmuseum bei der neuen Museumsstiftung unterschlüpfen.

 "Wir werden grob ein Drittel der Fläche mit naturkundlichen Ausstellungen belegen können", hofft Coenen-Staß. Trotzdem schrumpft der Platz für Exponate von 700 auf 500 Quadratmeter. Derzeit bastelt das Naturmuseum am Ausstellungskonzept für die neuen Räume: "Wir stellen uns inhaltlich als regionales Museum auf und wollen die Verbindung zur Uni vertiefen. Kultur und Natur sollen gemeinsam gezeigt werden. Es wird um Themen wie die Pflege der Heide oder das Naturschutzmanagement in der Elbtalaue gehen."

 Für beide Themen steht mit Dr. Johannes Prüter ein Experte zur Verfügung – er ist zugleich Leiter der Biosphärenverwaltung Elbtalaue und Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins mit seinen 250 Mitgliedern – Tendenz sinkend. Dessen Rolle wird sich vom Träger des Museums in einen Unterstützer mit Sitz im Stiftungsrat wandeln, weiß er.

 Doch bis dahin wartet noch viel Arbeit: "Noch in der ersten Jahreshälfte wird der Verein mit seiner Geschäftsstelle an die Wandrahmstraße umziehen." Die Ausstellungsstücke aus der Salzstraße werden gesichtet und ein Inventar erstellt. Manches wird wohl aussortiert, der von vielen Jahren in der Ausstellung tief ergraute Weißstorch ist ein Kandidat. Ein weiterer Teil wandert ins Magazin unter dem Schulzentrum Oedeme und wartet auf die Fertigstellung des Museumsbaus.

 Ein kleiner Teil der Sammlung wird aber schon bald am neuen Standort zu sehen sein. Der Seeadler gehört sicher dazu. Er wird für das Naturmuseum Flagge zeigen.

quelle: http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/ende-einer-aera-zwischen-knarrenden-dielen-und-balken/

„Geologie zum Anfassen“ ist das Motto von Geologin Kerstin Pfeiffer und Tourismusfachwirtin Petra Lepsien. Sie haben eine Initiative gebildet, die einen neuen touristischen Magneten im Kreis verwirklichen will.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg könnte in naher Zukunft Vorreiter für Geologie werden, mit einem sogenannten Geopark. Dieses Projekt wollen die Geologin Kerstin Pfeiffer (46) aus Kehrsen und Tourismusfachwirtin Petra Lepsien (45) aus Lauenburg verwirklichen. Es wäre der erste Geopark in Schleswig-Holstein.

Kerstin Pfeiffer ist davon überzeugt, dass aufgrund der relativ jungen eiszeitlichen Geschichte die Norddeutsche Tiefebene unterschätzt wird. Zwar gebe es in deutschen Gebirgsregionen wie der Vulkaneifel in jüngerer Zeit weniger umwälzende Bewegungen wie im Flachland. Daraus zu schließen, dass unsere Moränenlandschaften weniger von der Erdgeschichte erzählten, sei jedoch ein Irrtum. Im Gegenteil: Im Material, dass mit der Eiszeit aus Skandinavien zu uns transportiert wurde, könnten die ältesten Steine gefunden werden. Während Steine aus der Eifel maximal 416 Millionen Jahre alt seien, hätten lauenburgische Steine ein Alter von bis zu drei Milliarden Jahren. Sie könnten hier auf jedem Acker gefunden werden und vermehrt in Kiesgruben des Kreises.

Dem Laien fallen zum geologischen Erbe des Herzogtums Lauenburg sofort Begriffe wie Endmoräne und Sander ein, die ihm in der Grundschule beigebracht wurden. Vielleicht kennt er auch spektakuläre Fossilienfunde wie die Wale aus Groß Pampau, die im Naturkundemuseum in Lübeck zu bewundern sind. Doch dies stellt nur einen kleinen Teil der jüngeren Erdgeschichte dar. Während der Wal von Groß Pampau vor etwa 12 Millionen Jahren lebte, entstanden viele Granite vor rund 1,4 bis 2 Milliarden Jahren. Einige Gneise können sogar drei Milliarden Jahre alt sein.

Das ist lange bevor es überhaupt Spuren von Lebewesen auf unserem Planeten gab. „Steine stellen eine Möglichkeit dar, tief in die Geschichte der Erde zu blicken,“ sagt Kerstin Pfeiffer. Man könne an ihnen erkennen, was für Änderungen die Welt erlebt habe. Im Lauenburgischen ließen sich sogar Reste von Korallen finden, die nur in tropischen Breiten entstehen konnten. Dies gebe einen Hinweis auf die sich wandelnde Gestalt der Erde.

So habe unsere Region vor 514 Millionen Jahren in etwa da gelegen, wo heute Australien liegt. Grund sei die sogenannte „Plattentektonik“. Darunter verstehen Geologen die Verschiebung ganzer Kontinente auf der Erde. Durch die jüngsten Umwälzungen der Eiszeit könnten im Lauenburgischen alle Erdzeitalter betrachtet werden, während in anderen Regionen immer nur ein ganz bestimmtes Zeitalter an der Oberfläche liege. Die gesamte Erdgeschichte zu vermitteln sei Ziel der Geoparkinitiative. „Wir planen außerdem einen eigenen Internetauftritt und einen Newsletter für das Geoparkprojekt“, erläutert Tourismusexpertin Petra Lepsien. Außerdem seien schon Kontakte zu Landrat, zur Aktiv-Region Sachsenwald-Elbe und zur Tourismusgesellschaft HLMS geknüpft worden. Auch Firmen, Schulen und Bildungseinrichtungen sollten angesprochen werden.

Ziel sei, an verschiedenen Stellen im Kreis geologische „Spots“ vorzustellen und durch Themenrouten miteinander zu verbinden. Die Grundidee des Geoparks könne übrigens bald im Kleinen in der denkmalgeschützten Lindenhofscheune in Salem umgesetzt werden. Dort sei eine geologische Dauerausstellung geplant in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Lauenburgische Seen, mit den Kreisforsten sowie mit Nabu und WWF.

Mit Hilfe modernster Präsentationsmethoden solle dem Besucher dort ein Eindruck vermittelt werden, welche dramatischen Wandlungen der Boden unter unseren Füßen im Laufe von drei Milliarden Jahren erfahren habe. Ein großer Teil der Ausstellung sei auch dem Verständnis der heutigen Natur im Raum Salem mit seinen Seen, Mooren und Wäldern gewidmet.

 

quelle: http://www.ln-online.de/regional/lauenburg/index.php/2910155

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