Gletschereis vor Buchloe
8. März 2011 von Der Stein
Der geologische Untergrund von Buchloe reicht weit in die Erdgeschichte zurück. Würde man bis in 3000 Meter Tiefe bohren, so könnte man Gesteine aus der sogenannten Triaszeit mit einem Alter von bis zu über 250 Millionen Jahren antreffen. Es ist aber vor allem die jüngere Erdgeschichte (etwa die letzten 2,5 Millionen Jahre), die durch die Kräfte von Wasser und Eis den heute oberflächennahen Untergrund der Stadt gebildet hat.
In dieser jüngeren Erdgeschichte fand ein Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten statt. Während der Kaltzeiten waren weite Bereiche Nord- und Süddeutschlands vom Eis bedeckt. Die beiden letzten Eiszeiten sind für den Buchloer Landschaftsraum besonders prägend gewesen: die Risseiszeit von vor 350000 Jahren bis vor 120000 Jahren und die Würmeiszeit von vor 115000 Jahren bis 10000 Jahre vor heute. Zwischen beiden Eiszeiten lag eine rund 5000 Jahre dauernde Wärmephase. Das aus den Alpen vordringende Gletschereis hat Buchloe in den beiden letzten Eiszeiten nicht mehr erreicht. Der maximale Gletschervorstoß der letzten Eiszeit erreichte in der Region das Gebiet von Neugablonz. Dort findet man auch die entsprechenden wallartigen Aufschüttungen, die der Gletscher hinterlassen hat. Von dort aus flossen die Schmelzwässer, die aus den zurückziehenden Eismassen austraten, durch die Buchloer Talung im Stadtgebiet und weiter Richtung Norden.
Diese breite Abflussrinne war bereits in den vorangegangenen Eiszeiten durch Gletschereis und Schmelzwasser vorgeformt worden. Die Buchloer Talung entspricht somit einem Abschnitt des alten Wertachtales.
Heute liegt diese Talung, in der die B12 und die Bahnlinie Richtung Kaufbeuren verlaufen, trocken. Die Mächtigkeit der kiesigen Schmelzwasserablagerungen beträgt bei Neugablonz etwa 15 bis 20 Meter und nimmt nach Norden hin ständig ab. Aus diesem Grund geraten die darunter liegenden Grundwasser stauenden Schichten aus der viel älteren Tertiärzeit (Dauer von 65 bis 2,6 Millionen Jahre vor heute) nordwärts immer näher an die Oberfläche. Somit liegt auch der Grundwasserspiegel in der Region Buchloe wesentlich höher als weiter im Süden. Das erklärt, warum einige der niedergelegenen Orte im Westen von Buchloe bei Hochwasser nicht unerheblich gefährdet sind.
Der heutige Landschaftsraum wurde noch vor wenigen Jahrtausenden von den damals sehr breiten und wasserreichen Flüssen und Zuflüssen der heutigen Fließgewässer Lech und Wertach eingenommen. Daher ist der unmittelbare geologische Untergrund aus sogenannten Flussschottern aufgebaut. Die Gesteine dieser Flussschotter sind meist sehr stark zugerundet – ein Ergebnis der jahrtausendelangen Bearbeitung durch die fließenden Gewässer an der Flusssohle. Die Herkunft dieser Gesteine ist dabei äußerst vielfältig: Der überwiegende Anteil stammt aus dem Einzugsgebiet vor allem der Lechtaler und der Allgäuer Alpen. Aber auch kristalline Gesteine aus den Zentralalpen, wie dem Inn- oder Ötztal, sind vertreten. Diese unterschiedliche Herkunft weist auf das Ausmaß der damaligen Gletscher hin. Über sogenannte Transfluenzen überdeckten sie mehrere hohe Alpenpässe und waren dadurch talübergreifend miteinander verbunden.
Im Gesteinsspektrum spiegeln sich somit die verschiedenen Nährgebiete der damaligen Gletschermassen wider.
Häufig kam es am Ende der letzten Eiszeit zum Austritt kalkreicher Quellwässer aus denen sich wiederum feinkörnige, grauweiße Kalkablagerungen (sogenannte «Wiesenkalke») bildeten. Diese Wiesenkalke werden im bayerischen Sprachgebrauch als Alm bezeichnet. Solche Almvorkommen findet man beispielsweise unmittelbar nördlich von Buchloe bei der Eschenlohmühle und bei Amberg. Sie können Mächtigkeiten von über drei Meter erreichen.
Der Buchloer Alm wurde früher als «Fegsand» bezeichnet und von Trödlern als Putzmittel an die Haushalte verkauft. Allerdings war es ein leicht betrügerischer Handel, denn der echte Fegsand besteht aus winzigen, harten Quarzkörnern und nicht aus Kalk.
quelle: http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/buchloe/Buchloe-lokales-kannmansobringenzwischendenjahren-buchloer_erdgeschichte-gletschereis-grasheyjansen-uni-erdgeschichte-erforscht-geologie-Gletschereis-vor-Buchloe;art2774,918659
Für den guten Ton im voll besetzten Ratssaal sorgte eine Combo der Musikschule. Einer fehlte im Ensemble: Saxofonist Hans Röhrs, aber er musste sich ja für die Ordensverleihung bereithalten. In seiner Laudatio unterstrich Bernhard Hembrock: „Seit Jahrzehnten gilt Ihr besonderes Interesse der Erforschung und der Darstellung der Montangeschichte. Dabei haben Sie sich sowohl dem Erzbergbau in der Region, also dem Tecklenburger wie dem Osnabrücker Land verschrieben, als auch besonders der Geschichte, wenn ich das so sagen darf: Ihres Ibbenbürener Steinkohlenreviers.“
Herausragendes Ausstellungsstück und zugleich Symbolfigur der geologisch-paläontologischen Abteilung des Alzeyer Museums ist „Elsa“, eine fossile Seekuh der Art „Halitherium schinzi“. „Elsa“ hat jetzt Gesellschaft bekommen. Wenngleich noch etwas derangiert, stellt die Dauerleihgabe einer in Fundsituation geborgenen fossilen Seekuh aus Wendelsheim seitens der Landessammlung für Naturkunde zukünftig eine außerordentliche Bereicherung der Ausstellung des Alzeyer Museums dar – und möglicherweise auch für „Elsa“.